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Seit Januar 2007 führt die DEFA-ZERT GmbH mit Sitz in
Stuttgart im gesamten Bundesgebiet den von der Deutschen
Fahrlehrer-Akademie e.V. (DFA) entwickelten Berufseignungstest für
Fahrlehrer (BET-F) durch. Auftraggeber sind verschiedene Leistungsträger
für berufliche Fortbildung, u.a. die Deutsche Rentenversicherung.
Mit dem BET-F kann ermittelt werden, ob ein Interessent die notwendigen
Schlüsselqualifikationen besitzt, um die komplexe Fahrlehrerausbildung
erfolgreich zu absolvieren und der anspruchsvollen Tätigkeit als
Fahrlehrer gewachsen zu sein.
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Tanja Korn
Tanja Korn, 31, ist Diplom-Pädagogin
(Univ.) und seit 1999 als Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für
Erwachsenenbildung der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt und
als selbstständige Dozentin in der Erwachsenenbildung tätig. Als
Mitglied des Fahrlehrer-Prüfungsausschusses in Baden-Württemberg und
Lehrgangsleiterin für die Einweisung und Fortbildung von
Seminarleitern (Aufbauseminare nach §§ 35 und 42
Fahrerlaubnis-Verordnung) sowie als Dozentin für Pädagogik in der
Fahrlehrerausbildung hat Frau Korn profunden Einblick in das Aus-
und Fortbildungswesen der Fahrlehrer erworben. Frau Korn ist seit
Einführung des BET-F als Prüfungsbeauftragte tätig.
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Der BET-F ist ein für die
Leistungsträger zweckvolles Instrument, um für den Fahrlehrerberuf
geeignete Bewerber auswählen und damit öffentliche Förderungsmittel
gezielt einsetzen zu können. Die Durchführung der Berufseignungstests
ergab bisher interessante Ergebnisse, die vorerst einen
Erfahrungsbericht aus der Praxis darstellen. Die statistische Erhebung
und repräsentative Auswertung der Testergebnisse sind für 2008 geplant.
Alter und Schulabschluss: Ziemlich homogene Gruppe
Hinsichtlich Alter und Schulabschluss bilden die von den
Leistungsträgern zum Test angemeldeten Probanden eine ziemlich homogene
Gruppe. Die meisten Kandidaten gehörten der Altersgruppe der 31- bis
40-Jährigen an und hatten als Schulabschluss die Mittlere Reife.
Heterogen zeigte sich die Probandengruppe hinsichtlich der
Berufsbiographien, da die unterschiedlichsten Ausbildungsberufe
vertreten waren. Beim Einführungsgespräch wurde oft deutlich, dass viele
nur eine vage Vorstellung von der anspruchsvollen Tätigkeit des
Fahrlehrers besitzen. Ihre Motivation für den Fahrlehrerberuf sahen sie
beispielsweise darin, dass sie ihre Arbeitszeit flexibel gestalten
können; auch die Möglichkeit, permanent Auto fahren zu dürfen („was mir
großen Spaß macht“), wird als Beweggrund genannt. Diese zum Teil
unrealistischen Vorstellungen sind vermutlich darauf zurückzuführen,
dass der Öffentlichkeit die hohen Anforderungen an den Fahrlehrerberuf
leider immer noch nicht ausreichend bekannt sind.
Drei Subtests für näheren Aufschluss
Im Anschluss an das Einführungsgespräch werden die
Bewerber in den drei Subtests:
geprüft. Bei den Subtests waren unterschiedliche
Leistungsniveaus der Bewerber erkennbar. Während ca. die Hälfte der
getesteten Kandidaten den BET-F bestanden hat, wurden bei den anderen
Kompetenzdefizite deutlich, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu
Problemen bei der Fahrlehrerausbildung und auch bei der Ausübung des
Fahrlehrerberufs führen würden.
Der erste Subtest „Schlussfolgerndes Denken“ stellt
einen Intelligenztest dar, der u.a. numerische Fähigkeiten überprüft.
Dabei fiel auf, dass einige Kandidaten Schwierigkeiten mit einfachen
Grundrechenaufgaben hatten. Gerade aber mathematische Grundkenntnisse
sind notwendig, um während der Fahrlehrerausbildung beispielsweise
wichtige fahrphysikalische Zusammenhänge wie Anhalte-, Brems- und
Überholwege erfassen und deren Bedeutung später auch den Fahrschülern
plausibel erklären zu können.
Im zweiten Subtest „Textanalyse und Kurzvortrag“, mit
dem Textverständnis, Textbearbeitung und Vortragsfähigkeit überprüft
werden, wurden ebenfalls Schwächen deutlich. Einigen Kandidaten fiel es
schwer, einen vorstrukturierten Text abschnittsweise zusammenzufassen
und zentrale Aussagen wiederzugeben. Es gelang ihnen kaum, die
wesentlichen Inhalte des Textes zu erfassen und Schwerpunkte zu setzen.
Ungenügendes Textverständnis kann während der Fahrlehrerausbildung zu
erheblichen Problemen führen, weil die Interpretation von Gesetzestexten
und die Analyse pädagogischer Fachtexte wichtige Bestandteile der
Fahrlehrerausbildung sind. Für eine gezielte Wissensvermittlung im
Rahmen der Fahrschülerausbildung ist die Fähigkeit, Texte verstehen und
analysieren zu können, unerlässlich.
Auch beim letzten Subtest „Situationsanalyse und
Diskussion“ wurden Kompetenzdefizite deutlich, die die
Fahrlehrerausbildung ernsthaft in Frage stellen. Bei der praxisnahen
Diskussion kritischer Verkehrssituationen hatten einige Kandidaten
Probleme, unterschiedliche Argumente gegeneinander abzuwägen und
Schlussfolgerungen zu ziehen. Diese Fähigkeit ist aber eine wichtige
Voraussetzung für die Fahrlehrerausbildung und die spätere
Berufsausübung, um unterschiedliche Verhaltensweisen der
Verkehrsteilnehmer unter rechtlichen, ethischen und Sicherheitsaspekten
bewerten zu können.
Rechtzeitige Transparenz der Qualifikationsdefizite
Die ersten Praxiserfahrungen haben gezeigt, dass durch
den BET-F vorhandene Qualifikationsdefizite, die der Ausbildung zum
Fahrlehrer entgegenstehen (wie Rechenschwierigkeiten, erschwertes
Textverständnis und mangelnde Diskussionsfähigkeit) transparent werden;
dies geschieht rechtzeitig, also bevor wichtige Entscheidungen über die
Förderung oder den Antritt der Ausbildung getroffen werden. Somit ist
der BET-F nicht nur für die von den Leistungsträgern angemeldeten
Probanden, sondern auch für jeden anderen Interessenten am
Fahrlehrerberuf eine Chance herauszufinden, ob er für diesen Beruf
geeignet ist. Wer den BET-F besteht, hat gute Aussichten, die
Fahrlehrerausbildung und die Fahrlehrerprüfung erfolgreich zu
durchlaufen und im Fahrlehrerberuf dauerhaft Fuß fassen zu können.