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11/2011
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Motorisierte Mobilität auf zwei Rädern
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Rainer Brendicke, IVM
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Motorrad- und Rollerfahren ist
eine emotionale und erlebnisorientierte Art der Fortbewegung. Dennoch
ist das motorisierte Zweirad längst auch Bestandteil des alltäglichen
Verkehrsgeschehens. Ob im urbanen Individualverkehr oder für Pendler in
strukturschwachen Regionen, |
ganz besonders aber in den hoch verdichteten Verkehrsräumen der
Metropolen dieser Welt ist das motorisierte Zweirad unverzichtbar, denn
es steht als Lösung für eines der wichtigsten Themen der Zukunft:
Mobilität! Motorisierte Mobilität auf zwei Rädern hat Vorteile gegenüber
allen anderen Mobilitätskonzepten. Sie ist individuell, zeigt äußerste
Effizienz im Verkehrs- und Parkraum und besticht durch hohe
Wirtschaftlichkeit in Anschaffung und Unterhalt. Motorisierte Mobilität
auf zwei Rädern ist volkswirtschaftliche Mikroökonomie pur.
Individuelle Mobilität bleibt unverzichtbar
Die heutige Gesellschaft fordert vom Bürger ein hohes Maß an
Bereitschaft zur Mobilität. Eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur
ist von maßgeblicher Bedeutung für eine Volkswirtschaft, die auch im
internationalen Vergleich bestehen will. Individuelle Mobilität ist
daher nahezu so unverzichtbar wie die Arbeits- und Ausbildungsplätze
selbst. Es geht schließlich um die flächendeckend gute Erreichbarkeit
von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, von Universitäten und Schulen, aber
auch immer mehr um kleinteilige Zustell-Logistik und serviceorientierten
innerstädtischen Handel. Gerade hier, im mikroökonomischen Bereich der
Wirtschaft, auf dem Level der Klein- und Kleinstunternehmen und unter
dem Druck höchster Wirtschaftlichkeit, kann das Transportkonzept
Motorroller in seinen vielen baulichen Ausprägungen das Geschäft
deutlich beflügeln.
Großstadtmobilität auf zwei Rädern
Ressourcenschonende Herstellung, wenig Platzbedarf im ruhenden und
fließenden Verkehr, geringer Verbrauch und gleichzeitig hohe
Flexibilität machen das motorisierte Zweirad zu einer Art der
Verkehrsteilnahme, die die Anforderungen unserer Gesellschaft in
geradezu idealer Weise erfüllt. Und natürlich macht Großstadtmobilität
auf zwei Rädern auch Spaß - insbesondere, wenn der Frühling naht. Denn
wer sich zur Rush-Hour mit dem Auto durch die Stadt quälen muss, ist
mehrfach gestraft. Erst steht man im Stau, dann ist kein Parkplatz zu
finden, der Spritverbrauch im Stop-and-Go-Verkehr ist ernüchternd, und
die Parkgebühren bringen das Fass zum Überlaufen.
Der Roller ist keine Modeerscheinung – sondern Mobilitätskonzept
Angesichts der voraussichtlich weiter steigenden Benzinpreise kann davon
ausgegangen werden, dass die Zulassungszahlen sich positiv entwickeln.
Der Trend zum motorisierten Zweirad, insbesondere zum Roller, ist keine
vorübergehende Modeerscheinung – der Motorroller ist zur Alternative des
Autos geworden, weil er Mobilitätspro bleme an der Basis löst, beim
Verbraucher. Motorroller sind eine Alternative zum Zweitwagen. Und der
Roller ist grün – nicht nur mit Elektroantrieb – eben weil er
Ressourcensparer ist in Produktion, Anschaffung, Verbrauch, Emission,
Parkraum und Verkehrsraum. Ein Leichtkraftrad oder -roller vor der Tür
ist ein Konjunktur-Beschleuniger für Familien, Kleinunternehmer und
Volkswirtschaften. Wie dringend kostengünstige Mobilität benötigt wird,
zeigt sich in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Mit dem Anziehen der
Energiepreise und dem subjektiv unsicher erscheinenden Arbeitsmarkt als
Wirkung der weltweiten Wirtschaftskrise steigt das Interesse an Leicht-,
Kleinkrafträdern und -rollern an.
Chinas Wirtschaft pulsiert durch motorisierte Zweiräder
In vielen Volkswirtschaften der Erde, insbesondere im asiatischen Raum,
aber auch im europäischen Mittelmeerraum haben sich motorisierte
Zweiräder in der individuellen Personenbeförderung, in der
Zustellungslogistik, aber auch schlicht als „moderne Packesel“
durchgesetzt. Für 1,2 Milliarden Chinesen ist der Motorroller längst zum
günstigsten und effizientesten Volksbeschleuniger Nr. 1 geworden. Ohne
das so einfache Mobilitätskonzept motorisiertes Zweirad wäre die größte
Volkswirtschaft der Erde längst zum Stillstand verdammt.
E-Rider
Die Mobilität der Zukunft wird auch elektrisch sein, noch ist jedoch die
Kapazität der Batteriesysteme ein Problem im Alltagsgebrauch.
Elektromotorräder und Roller sind bei der Umsetzung gewichtsbedingt im
Vorteil, nicht zuletzt durch kleinere Batteriesysteme, sodass die
Fortschritte im zweirädrigen Segment rascher zu erwarten sind, gerade,
wenn die Politik diese Entwicklungen stützt.
Die zukünftige Bedeutung der Elektro-Mobilität zeigt auch die
Weltleitmesse für Motorräder und Roller, die INTERMOT Köln, 6. bis 10.
Oktober 2010, wenn unter dem Titel „eMotion“ einer der Schwer-punkte bei
innovativen Zukunftskonzepten liegen wird. |